Im Rahmen meiner Tätigkeit an einer Berufsfachschule für soziale Assistenz hat sich Taskcards als eines der effektivsten digitalen Tools erwiesen, um Schüler*innen (SuS) eigenständiges und flexibles Lernen zu ermöglichen. Dieser Artikel beleuchtet die vielseitigen Einsatzmöglichkeiten von Taskcards, die Vorteile für den Unterricht sowie die Potenziale für eigenverantwortliches Lernen.
Taskcards wurde gezielt in mehreren Stufen eingeführt, um die Schüler*innen schrittweise an die eigenständige Nutzung heranzuführen.
Phase 1 – Bereitstellung von Informationen:
Zunächst diente Taskcards als Info-Board, auf dem grundlegende Unterrichtsmaterialien, Termine und weiterführende Links hinterlegt wurden. Dies schuf eine zentrale Anlaufstelle, die es den SuS erleichterte, sich zu orientieren und Materialien unabhängig vom Unterrichtsformat abzurufen.
Phase 2 – Ergebnissicherung und Festigung:
In dieser Phase nutzen die Schüler*innen Taskcards, um Lerninhalte zu dokumentieren und Ergebnisse von Gruppen- oder Einzelarbeiten festzuhalten. Sie hatten die Möglichkeit, Inhalte gezielt zu vertiefen und Prüfungen vorzubereiten. Gerade bei thematisch aufeinander aufbauenden Themen wie der Entwicklungspsychologie oder der Planung von pädagogischen Aktivitäten ermöglichte die Plattform eine systematische Wiederholung und Festigung des Gelernten.
Phase 3 – Selbstständige Projektarbeit:
Die dritte Phase brachte die SuS dazu, selbstständig Projekte zu planen und zu reflektieren. Ein Beispiel dafür war die Vorbereitung und Durchführung einer fiktiven Teamsitzung. Die Lernenden organisierten den gesamten Prozess eigenverantwortlich, dokumentierten ihn über Taskcards und präsentierten die Ergebnisse abschließend in der Klasse.
Nacharbeiten leicht gemacht
Ein besonderer Vorteil von Taskcards ist die Möglichkeit, dass SuS Unterrichtsinhalte auch dann nacharbeiten können, wenn sie nicht anwesend waren. Alle Materialien, Aufgaben und relevanten Informationen stehen zentral und übersichtlich zur Verfügung. Dadurch können sich Schüler*innen eigenständig Inhalte erschließen und ohne zusätzlichen Aufwand für die Lehrkraft auf dem aktuellen Stand bleiben.
Auch für die Wiederholung und Vertiefung von Themen, insbesondere zur Prüfungsvorbereitung, eignet sich Taskcards hervorragend. So haben die SuS jederzeit Zugriff auf die im Unterricht erarbeiteten Inhalte und können sich gezielt auf prüfungsrelevante Themen konzentrieren.
Warum Taskcards so gut funktioniert
Taskcards bietet nicht nur Struktur, sondern fördert auch die Selbstständigkeit und Eigenverantwortung der Lernenden. Die Plattform ermöglicht es den SuS, ihren Lernprozess zu visualisieren, zu planen und eigenständig zu reflektieren. Dies stärkt laut Hattie (2022) die Fähigkeit zur Selbstregulation – eine Schlüsselkompetenz im sozialen Berufsfeld.
Zusätzlich schafft Taskcards eine transparente und wertschätzende Lernumgebung, in der SuS ihre Fortschritte nachvollziehen können. Die Möglichkeit, eigenverantwortlich zu arbeiten und gleichzeitig Unterstützung durch die Plattform zu erhalten, stärkt sowohl das Selbstbewusstsein als auch die intrinsische Motivation.
Stärken von Taskcards
• Flexibilität: Anpassbar für verschiedene Lernphasen – von der Informationsbereitstellung bis hin zur eigenständigen Projektarbeit.
• Nachhaltigkeit: SuS können Inhalte jederzeit nacharbeiten, vertiefen und für Prüfungen nutzen.
• Kollaboration: Ermöglicht gemeinsames Arbeiten und Teilen von Ergebnissen in Echtzeit.
• Eigenverantwortung: Fördert selbstreguliertes Lernen und bereitet die SuS auf die Anforderungen des Berufsalltags vor.
Fazit
Taskcards ist ein wertvolles Werkzeug, das die Schüler*innen in die Lage versetzt, eigenständig zu lernen, Unterrichtsinhalte nachzuvollziehen und sich flexibel auf Prüfungen oder neue Themen vorzubereiten. Es ist nicht nur ein Tool, sondern ein wichtiger Schritt hin zu einem modernen, selbstgesteuerten Lernprozess, der die SuS optimal auf die Anforderungen ihres beruflichen Alltags vorbereitet.
Dies ist der fünfte Teil der Artikelserie „Digitale Tools an der Berufsfachschule“. Anlass und Grundlage dieser Serie war mein wissenschaftlicher Praktikumsbericht im Wintersemester 2024\2025 im Rahmen meines Masterstudiums Erziehungswissenschaft an der Universität Hildesheim.
Quellen
Quelle des Artikelbildes: Screenshot meiner selbsterstellten Taskcards
Hattie, J., & Zierer, K. (2022). Lernen sichtbar machen für Lehrpersonen: Überarbeitete deutschsprachige Ausgabe von „Visible Learning for Teachers“ (3. Auflage). Baltmannsweiler: Schneider Verlag Hohengehren.
